„Es ist eine Gratwanderung, über den Tod zu lachen, ohne sich über ihn lustig zu machen. Doch wenn es gelingt, wie der Stammzellformation, dann kann das so versöhnend wirken wie ein überfälliges Friedensangebot.“ Berliner Zeitung   Sunny und Kara treffen sich mit dem Tod. Das heißt, sie lernen sich kennen beim Versuch, sich vor den Zug zu werfen. Da kein Zug kommt, dauert es noch etwas, bis der Tod sie holt, stattdessen taucht ein Typ namens Todd immer wieder auf, der ein Gewese um sich macht, als wäre er der Leibhaftige - oder ist er es am Ende gar? Ist Todd der Tod? Oder ist Todd tot?

Verkompliziert wird die ganze Geschichte noch dadurch, dass sie noch gar kein Ende hat. Die drei Darsteller der Stammzellformation finden das Stück, an dass sie sich nicht mehr erinnern können in Form von Zetteln, die auf der Bühne liegen vor und steigen mit dem Publikum zum ersten Mal in die Geschichte ein. Und sie steigen immer wieder aus, um zu allgemeinen dramaturgischen und speziellen zwischenmenschlich-kollegialen Themen Stellung zu beziehen.

So entsteht mal wieder ein Musical, dass keines ist, da die Form ständig ge- und durchbrochen wird. Die Stammzellen gewähren Blicke hinter die Kulissen, die sie nie hatten....

Es regnet in Berlin Mitte. Justin ist auf dem Weg zum Meeting seines Lebens. Er ist Bio-Informatiker und darf einem Ableger von Google seine App-Entwicklung vorstellen. Im heftigsten Regenguss ever stellt er sich kurz in einem Laden unter. Es ist die Buchhandlung von Irene. Sie versucht es damit, Bücher zu verkaufen, denn sie liebt Bücher und hat sich darauf spezialisiert jeden, der reinkommt individuell zu beraten und ein Buch zu finden, das zu ihm passt. Justin kann damit grad nichts anfangen. Er findet Bücher sowieso lächerlich anachronistisch. Allerdings kann er Irene mit seinem wasserdichten Fair-Phone für über Tausend Euro auch nicht beeindrucken. Es regnet immer noch, aber Justin muss jetzt los. Da gibt es plötzlich einen Stromausfall. Die elektronische Eingangstür des Ladens ist verschlossen und lässt sich nicht mehr öffnen. Justin hat keine Zeit mehr, hier ist ein Funkloch, das WLAN läuft nicht, weil Irenes Freund Mark das Passwort geändert hat und sie ihn nicht kontaktieren kann oder will - und die Akkus seiner Geräte halten höchstens noch ein paar Stunden. So lange wird es hoffentlich nicht dauern. So lange dauert es. Und Irene und Justin müssen miteinander klar kommen. Inmitten hunderter Bücher erfährt Irene, was es mit Justins App auf sich hat....

  Ein Song für Europa   Die Band hat ihre größten Zeiten lange hinter sich. Sie waren mal jung, aufregend, schlau, kraftvoll und hatten was zu sagen. Doch interne Probleme führten vor ca. zehn Jahren zu einem krachenden unwiederbringlichen Ende. Jetzt hat Joey, der Front-Sänger und Gitarrist alle nochmal zu sich ins Landhaus eingeladen. Unbeschwert jammed man mal wieder zusammen. Doch dann packt Joey aus, warum man wirklich hier ist. Es gibt einen Auftrag. Die Band soll sich reuniten. Für den Grand Prix d’eurovision wird noch ein deutscher Beitrag gesucht. Es soll einer werden, der erfolgreich ist. Vor allem aber soll er bei der kurz nach dem Grand Prix-Finale anstehenden Europawahl möglichst viele junge Menschen mit dem Gefühl „Europa ist wichtig“ zur Wahl bewegen. Die Band-Mitglieder sind mehrheitlich skeptisch. Zu viele ungeklärte Dinge. Zu viele unterschiedliche Interessen und Ausgangspunkte: Joey hat mittlerweile eine Solo-Karriere gestartet, die mehr recht als schlecht läuft. Aber seine Eltern sind wohlhabend. Und einflussreich, auf ihr Wirken geht der Auftrag überhaupt zurück. Joeys Vater ist ein hohes Tier bei der CDU, könnte bei einer erfolgreichen Wahl richtig Karriere machen, die Rechten drohen aber die Mehrheit zu erlangen. Joey hielt sich immer für den Leader der Band. Mit Sarah hat er ein 12jähriges Zwillingspäärchen...